Mona Naderer

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04.04.17 Natur tut gut! Tut Natur gut?

Um diese Frage zu beantworten, rate ich zu einem Selbstversuch: Zwei Stunden in den Wald gehen, den Vögeln beim Zwitschern zuhören, die Waldluft einatmen, das Grün der Blätter bewusst wahrnehmen – und dann den Vorher-Nachher-Vergleich antreten.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es einen Unterschied gibt. Jedenfalls weisen zunehmend mehr Untersuchungen nach, auf welchen Wegen sich Wald und Natur positiv auf Wohlbefinden und Gesundheit auswirken. Spitalspatienten, die nach einer Operation durch das Fenster auf einen Baum schauen können, brauchen etwa weniger Schmerzmittel als jene, deren Blick auf eine graue Mauer fällt. Die Luft in Wäldern ist so staubarm wie sonst nur im Gebirge oder am Meer. Menschen, die in Waldgebieten leben, haben eindeutig weniger Zivilisationskrankheiten und eine geringere Krebsrate. Forscher der Universität Stanford haben auch das Gehen in der Stadt mit dem in der Natur verglichen. Die Ergebnisse: Die Natur-Spaziergänger waren weniger ängstlich, weniger selbstkritisch und ihr Kurzzeitgedächtnis war besser als das der Stadt-Spaziergänger. Außerdem agieren Menschen nach Aufenthalten an schönen Naturplätzen großzügiger, vertrauensvoller und hilfsbereiter.

In Japan hat die Forschung zur gesundheitsfördernden Wirkung des Waldes die längste Tradition. Dort gibt es sogar eigene Uni-Abteilungen für Waldmedizin, und das „Waldbaden“ – Shinrinyoku – wird als therapeutische Maßnahme empfohlen. Vor allem Nadelbäume sondern nämlich Botenstoffe ab, so genannte Terpene, die direkt auf das menschliche Immunsystem einwirken. Ein dreistündiger Waldspaziergang erhöht die Aktivität von bestimmten Immunzellen, die auch wichtig sind für die Krebsabwehr, für eine ganze Woche!

Jede Menge Gründe also, öfter in den Wald zu gehen! Wer das lieber in netter Gesellschaft tut, hat ab sofort freitags Gelegenheit dazu!