Mona Naderer

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05.02.17 Wie wir alle gute Schifahrer werden – das Konzept der Salutogenese

Was ist das eigentlich, Gesundheit und Krankheit?

Dazu gibt es viele Überlegungen und Konzepte. Die Salutogenese ist eines davon, und die möchte ich heute vorstellen.

Dazu kommt zu Beginn gleich der Begründer, Aaron Antonovsky, selbst zu Wort: „Ich gehe davon aus, dass wir alle eine lange Schipiste hinunterfahren, an deren Ende ein unumgänglicher unendlicher Abgrund ist. Die pathogenetische Medizin beschäftigt sich hauptsächlich mit denjenigen, die an einen Baum gefahren oder mit einem anderen Schifahrer zusammen gefahren sind. Außerdem versucht sie, mögliche Gefahrenquellen abzusichern oder uns davon zu überzeugen, dass es das Beste ist, überhaupt nicht Ski zu fahren. Die salutogenetische Orientierung beschäftigt sich damit, wie man Menschen zu sehr guten Schifahrern macht“.

Kein Mensch ist vollkommen gesund oder vollkommen krank. Wir alle bewegen uns auf einem Kontinuum zwischen diesen beiden Polen. Entscheidend ist die Frage, wie weit wir von diesen beiden Polen entfernt sind.

Unser medizinisches System beschäftigt sich im Wesentlichen mit Krankheit – wir haben Kranken-Häuser, Kranken-Kassen, Kranken-Versicherungen.

Antonovsky hingegen hat versucht, dem Geheimnis der Entstehung und Entwicklung von Gesundheit auf die Spur zu kommen. Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe arbeitete mit Menschen, die schwere Traumata überstanden hatten. Ein knappes Drittel dieser Menschen war physisch und psychisch gesund geblieben. Wie war ihnen das gelungen?

Der zentrale Faktor ist das so genannte Koheränzgefühl. Dieses ist dann gegeben, wenn uns eine Situation verständlich, kontrollierbar und sinnhaft erscheint. Je ausgeprägter das Kohärenzgefühl ist, desto stärker ist die Fähigkeit eines Menschen, situationsadäquat und flexibel reagieren zu können. Das Umfeld, in dem wir leben, spielt dafür ebenso eine Rolle wie unsere Gene und unser Lebensstil.

Das Konzept der Salutogenese gilt übrigens als Vorläufer des Begriffs Resilienz, der zunehmend mehr Aufmerksamkeit erhält – dazu demnächst mehr!