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Die Energie der Lebensmitte

Viele Frauen nehmen in ihren 40ern eine innere Unruhe, ein Bedürfnis nach Neuorientierung wahr. Der Blick auf unbefriedigende Zustände wird klarer und kompromissloser. Zugleich finden meist auch große äußere Veränderungen statt: die Kinder gehen aus dem Haus, die Eltern werden älter und bedürftiger, oft sind berufliche Weichenstellungen gefragt, und viele Paarbeziehungen gehen auseinander. 

All das verunsichert, und die Erkenntnis, dass wir die erste Lebenshälfte unwiederbringlich hinter uns haben, ist in unserer Jugend- und leistungsorientierten Gesellschaft unangenehm und schmerzhaft.

Mit dem Begriff „Wechseljahre“ verbinden wir zumeist nur die körperlichen Veränderungen und möglichen Beschwerden. Ich begreife Körper und Psyche als Einheit und gehe davon aus, dass all diese Entwicklungen und Symptome zusammen hängen und sich gegenseitig beeinflussen.

Aus diesem Grund finde ich sehr bemerkenswert, dass in Kulturen, wo mit dem Älterwerden für Frauen eine gesellschaftliche Aufwertung verbunden ist, etwa in Nordindien, bei den Maya- oder den Bantu-Frauen, Wechselbeschwerden praktisch unbekannt sind! 

Bei uns durchlebt etwa ein Drittel aller Frauen die Wechseljahre völlig symptomlos, ein weiteres Drittel hat leichte Beschwerden, und ein Drittel der Frauen muss mit schweren Beeinträchtigungen zurechtkommen. 

Was genau verändert sich im Körper einer Frau ab etwa 40? 

Hormonell betrachtet, finden im monatlichen Zyklus immer weniger Eisprünge statt, daher wird auch weniger Gelbkörperhormon (Progesteron) produziert. Das kann zu Wassereinlagerungen, gedrückter Stimmung oder Brustspannen führen. Später sinkt auch der Östrogenspiegel ab, was sich in Symptomen wie Hitzewallungen, Schleimhauttrockenheit und Reizbarkeit äußern kann. 

In der energetischen Betrachtungsweise der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin, bedeutet Gesundheit eine harmonische Balance der Grundkräfte Yin und Yang. Yang ist (geistige) Dynamik und Kraft, die sich in Wärme, Bewegung und Aktivität ausdrückt. Yin ist das bewahrende, kühlende und eher materielle Prinzip. 

In der ersten Lebenshälfte sind Frauen mehr vom Yin dominiert, ihre ursprüngliche Qualität liegt im Empfangen und Bewahren. Ein Teil ihrer Kraft steht (potenziell oder tatsächlich) dem Fortbestand der Menschheit zur Verfügung. Die Wechseljahre stellen einen Übergang in eine mehr yang-betonte und geistigere Lebensphase dar – das Bewusstsein löst sich ein wenig von der Erde und wendet sich stärker dem Kosmos zu. Die Energie wird zwar weniger, aber sie gehört jetzt nur noch uns selbst! 

Unser moderner Lebensstil ist sehr yang-betont, und Kaffee, Rauchen, Alkohol und Stress verstärken das Yang. Wenn nun das Yin natürlicher Weise weniger wird, können Wechselbeschwerden mit ihrer typischen Yang-Charakteristik (Hitze, Trockenheit, Unruhe/Schlafstörungen) entstehen. Die monatliche Blutung wirkt energetisch reinigend und ausgleichend – wenn diese Effekte schwächer werden bzw. ausfallen, kommt alles, was energetisch nicht stimmt, jetzt auf den Tisch. „Kleine Sünden“ wie hoher Kaffeekonsum oder das entspannende Glas Wein am Abend werden nicht mehr so leicht wie früher ausgeglichen. Auch auf der psychischen Ebene können wir Ungerechtigkeiten oder unbefriedigende Zustände nicht mehr so gut kaschieren oder hinunterschlucken. 

Die amerikanische Gynäkologin Christiane Northrup formuliert es so: „Die Jahre der Lebensmitte sind eine Entwicklungsphase, die dafür gedacht ist, ungeheilte innere Anteile zu heilen.“ 

Es geht jetzt um mich! Um meine Ansprüche, um meine Bedürfnisse. Das ist für viele Frauen ungewohnt, und wir sind gefordert, neue Sicht- und Verhaltensweisen zu lernen. Wenn du die Weckrufe deines Körpers oder deine Seele hörst – z.B. in Form von PMS, unerklärlicher Unzufriedenheit „obwohl eh alles passt“, oder wachsender Wut –, dann begleite ich dich gerne mit meiner Empathie und meiner Kompetenz!