kinesiologie
coaching
resilienzberatung

Was Kaffee mit Stress zu tun hat

Viele lieben ihn heiß, ob als Caffelatte, Espresso oder – zwischendurch unterwegs – als Coffee to go. Der Röstereien-Boom der letzten Jahre macht das auch nachvollziehbar, denn da werden wahre Köstlichkeiten angeboten.

Ist auch dein erster Weg am Morgen der zur Kaffeemaschine? Und wärst du richtig unglücklich, wenn du auf diesen Genuss verzichten müsstest?
Hat der Genuss manchmal den Beigeschmack von ‚unverzichtbarem Lebenselixier‘? Haben Kaffeepausen tagsüber die Funktion ‚ich hab jetzt mal drei Minuten nur für mich, in denen ich gar nichts muss‘? Eine kurze Auszeit im Dauerstress des Alltags-Hamsterrads?

Wenn du dich hier wiedererkennst, dann ist Kaffee vermutlich kontraproduktiv für deine Gesundheit und deinen Stresspegel.
Koffein signalisiert unserem Körper nämlich, dass er Adrenalin produzieren soll. Adrenalin, das ist das Kurzzeit-Stress-Hormon, das wir produzieren, wenn wir uns zum Beispiel erschrecken, weil jemand unerwartet um die Ecke kommt. Kurzfristig führt dies zu höherer Wachheit und Leistungssteigerung. Allerdings nicht, weil dem Körper zusätzliche Energie zugeführt wird, sondern weil der Körper seine Energiereserven mobilisiert – solange welche da sind. Wohin das führt, wenn es zum Dauerzustand wird, ist leicht nachvollziehbar: die Erschöpfung und der Weg ins Burnout werden beschleunigt.

Die Stressreaktion des Körpers ist eine wunderbare Erfindung der Evolution, die unserer Spezies das Überleben ermöglicht hat. Binnen Sekundenbruchteilen wird die Sympathikus-Schiene unseres vegetativen Nervensystems aktiv, die den Körper auf eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion vorbereitet: der Blutdruck und die Herzfrequenz steigen, die Energieversorgung von Armen und Beinen wird erhöht, die Atmung wird intensiver. Gleichzeitig werden Verdauung und Immunsystem gedrosselt, denn es ist nicht wichtig, das Frühstück zu verdauen, wenn ich möglicherweise demnächst als Mittagessen verspeist werde!
Zugleich wird auch Adrenalin produziert, und dieses bewirkt unter anderem, dass mehr Zucker im Blut zirkuliert. Um diese Blutzuckererhöhung abzufedern, wird mehr Insulin produziert – das eines der wichtigsten Fettspeicherhormone ist. Regelmäßig viel Adrenalin im Blut zu haben führt also auch zu mehr Fetteinlagerung!

Die schlechte Nachricht: Jede Tasse Kaffee – auch jedes Cola und jeder Schwarztee – verstärkt diese Effekte der Stressreaktion.
Koffein wird, ebenso wie die körpereigenen Hormone, in der Leber abgebaut. Wer abends zur Entspannung dann das eine oder andere Glas Wein trinkt, beschäftigt sein größtes Entgiftungsorgan weiter – verständlich, wenn auch dieses irgendwann Symptome zeigt: Müdigkeit, Gereiztheit, Kopfschmerzen, oder Schlafstörungen. Mehr dazu in meinem Artikel „Brauch ich meine Leber nur, wenn ich Alkohol trinke?“

Welche Auswege gibt’s aus dieser Stress-Spirale?
- aktives Stressmanagement – in der Workshopreihe „Königin der Chill-out-Area statt Hamsterrad-Prinzessin“ oder mit den „Fünf Dingen, die glückliche Frauen jeden Tag tun“
- Sich Unterstützung holen – mach dir einen Termin bei mir aus, und wir finden gemeinsam heraus, welches deine größten Stressfaktoren sind und wie du gelassener damit umgehen kannst
- Leberunterstützende Nährstoffe wie etwa Artischocke, Mariendistel, Löwenzahn, Enzian oder Curcuma einnehmen
- Bewusst weniger Koffein und Alkohol konsumieren – am besten für eine Zeitlang ganz weglassen