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Warum Stress dick macht - Entspannung wirkt besser als Diäten

Drei von vier Frauen in Österreich sind unzufrieden mit sich und ihrem Körpergewicht und möchten abnehmen. Jede Frau hat bereits durchschnittlich fünf Diäten hinter sich. Wie viele sind es bei dir?

Der Wunsch, schlank zu sein, ist nachvollziehbar und legitim. Frauen werden in unserer Gesellschaft vor allem auf Grund ihres Aussehens wahrgenommen und bewertet. Die Schamforscherin Brené Brown hat herausgefunden, dass (vermeintlich mangelnde) körperliche Attraktivität jener Faktor ist, mit dem Frauen am tiefsten beschämt werden können. Scham ist für uns Menschen schwer zu ertragen, und das hat evolutionäre Gründe. Sich schämen müssen heißt, nicht ok zu sein, und das bedeutete für unsere Vorfahren den Ausschluss aus der Gruppe – ein sicheres Todesurteil. Viele Frauen haben diesen kritischen Blick auf ihren Körper bereits verinnerlicht und sind sich selbst die schärfste Kritikerin geworden.

Das führt zu ständigem Unwohlsein im eigenen Körper und damit zu andauernder Produktion von Stresshormonen. Ein Teufelskreis ist in Gang gesetzt – hier ein paar wichtige Mechanismen, die erklären, warum Entspannung besser sein kann als Diäten:

  • Das Stresshormon Adrenalin bewirkt unter anderem, dass mehr Zucker im Blut zirkuliert. Um diese Erhöhung des Blutzuckers abzufedern, wird verstärkt Insulin produziert. Insulin ist nicht nur für die Regulation des Blutzuckers zuständig, sondern auch ein wichtiges Fettspeicherhormon. Regelmäßig viel Adrenalin auszuschütten bewirkt also auch verstärkte Fetteinlagerung. Welche Rolle Koffein dabei spielt, kannst du hier nachlesen.
  • Etwas anders wirkt Cortisol. Während Adrenalin für den ‚kurzen Schrecken‘ zuständig ist, ist Cortisol das Dauerstress-Hormon. In der Geschichte der Menschheit war die Ursache für länger andauernden Stress meist eine Hungersnot. Um das Überleben trotz Nahrungsknappheit zu sichern, drosselt Cortisol die Stoffwechsel-Aktivität und veranlasst verstärkte Fetteinlagerung in die Zellen. Eine Diät, bei der wir weniger essen, bestätigt dem Körper diese vermeintlich drohende Hungersnot – und der Stoffwechsel wird weiter hinunter gefahren.


Gleichzeitig beeinflusst Cortisol auch unser Verhalten. Wenn wir – trotz guter Vorsätze – eine Packung Kekse oder eine Tafel Schokolade eröffnen,  liegt es nicht an mangelnder Disziplin, dass wir uns nicht mit einem oder zwei Stückchen zufrieden geben. Das Cortisol signalisiert uns, möglichst alles zu verschlingen, denn wer weiß, wann es wieder etwas zu essen geben wird….

  • Serotonin ist das Glückshormon, das uns zufrieden und ausgeglichen stimmt. Es ist in seiner Wirkung eng an das Schlafhormon Melatonin gekoppelt, das uns gut ein- und durchschlafen lässt: Wenn eines dieser beiden Hormone aktiver wird, reduziert das andere seine Aktivität.


Sobald abends das Sonnenlicht nachlässt, wird Melatonin mehr, gleichzeitig sinkt Serotonin ab. Das merken wir an unserer Stimmung: obwohl sich im Außen nichts verändert hat, fühlen wir uns plötzlich unzufriedener, „es fehlt etwas“. Kohlenhydrate kurbeln die Serotoninproduktion an. Das erklärt, warum es uns spätabends immer wieder wie magisch in Richtung Küche zieht, obwohl wir eigentlich satt sind.

  • Die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron reagieren auf Stress und führen zu tatsächlicher oder gefühlter Gewichtszunahme:  Zu viel Östrogen im Körper, zum Beispiel auf Grund von synthetischen Weichmachern oder einer überlasteten Leber (dazu mehr in diesem Blogartikel), führt zu Wassereinlagerungen. Wenn gleichzeitig auch wenig Progesteron vorhanden ist – was bei hohem Stresshormon-Pegel der Fall ist –, greift der Körper noch mehr auf Zucker als auf Fett zur Energiegewinnung zu. Die Auswirkungen eines solchen Östrogen-Progesteron-Ungleichgewichts sind PMS und Wechselbeschwerden.

Der Schlüssel zum Ausstieg aus diesem hormonellen Teufelskreis ist bewusste Entspannung. Dafür ist Selbstkenntnis nötig – was tut mir persönlich gut? Entspanne ich besser in Gesellschaft oder alleine, in Ruhe oder in Bewegung? Je nachdem ist dann ein Spaziergang im Wald, Yoga, ein gepflegtes Glas Wein mit lieben Freunden, eine Massage oder ein ausgedehntes Wannenbad die beste Maßnahme zur Entspannung.

Mit meinem Erste-Hilfe-Paket bei Stress findest du heraus, was für dich am besten passt, und wie du Entspannungs-Inseln in deinen Alltag bringst!

PS: Mich selbst in meinen Körper so annehmen, wie ich gerade bin und aussehe, ist oft herausfordernd. Hier können wir uns selbst und anderen Frauen viel Gutes tun, etwa indem wir uns zulächeln und bewusst eine kleine Äußerlichkeit anerkennen – das gelungene Make-up, die strahlenden Augen, die fesche Hose oder die tolle Haarfarbe. Und dann das Kompliment nicht klein reden, sondern wirklich annehmen und wirken lassen.